statement

 

 

Ordnung und Chaos. Wie viel Berechnung benötigt der Zufall?

Eine Leinwand komplett eingeteilt in gleichmäßige, farbige Einheiten, in einer scheinbar zufälligen, auf den ersten Blick keiner erkennbaren Anordnung.
Die Assoziation einer elektronischen Datenerfassung sowie die Vermutung eines verschlüsselten Systems drängen sich dem Betrachter auf.
Die Lesbarkeit bleibt oberflächlich gleich einer verzweigten Kreuzung ohne Wegweiser.

Während der konkrete Text den Regeln des Wort – und Satzbaus folgend dem Leser seinen Inhalt nach und nach offenbart, bleibt hier der Inhalt verborgen,
verhüllt, weil dennoch vorhanden. Form und Farbe sind das Ergebnis eines transformierten Zusammenhangs, die Sinnhaftigkeit bekommt ein neues Gewand
und entzieht sich der Linearität des Lesbaren. Die Frage lautet nicht „Wie lese ich ein solches Bild?“ oder „Kann ich es lesen?“, sondern „Was lese ich?“

Die Arbeiten entstehen aus dem Bedürfnis nach abstrakter Ordnung und systematischer Kontrolle. Dies äußert sich durch die exakte Berechnung und Aufteilung
der Leinwand und des Rasters, die Bestimmung der Farben und Muster für die jeweiligen Buchstaben, und durch den Grad der Codierung – technische Mittel,
die kategorisch bestimmt werden. Nicht handhabbar ist die Vorlage in Form des vorliegenden Textes, der den Zufall ins Spiel bringt.

Mit Hilfe von Ordnung und Chaos wird das Lesbare unlesbar, wird das Unlesbare neu lesbar. Was liest du?